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Bericht von der Herbstversammlung 2022

Nach zweieinhalb Jahren „Coronapause“wurde endlich wieder ein Treffen der Imker im Bezirk Bretten möglich.

Sichtlich bewegt berichtete der 1. Vorsitzende Sieghard Blanc über die schlimmen Erfahrungen mit der „Amerikanischen Faulbrut“ in Bretten und in einem angrenzenden Bezirk. Er appelliert  eindringlich an die Bevölkerung keine ungespülten Honiggläser über Altglascontainer zu entsorgen. Vor allem Honige aus dem Ausland sind oft mit Faulbrutsporen infiziert und werden so unbeabsichtigt zu Infektionsquellen. Die Bienen werden von den Honigresten angezogen  und tragen so die Sporen in ihre Brut. Hier bewährt sich einmal mehr das Konzept regionale Kreisläufe zu nutzen.

Auch die  Klimaerwärmung stellt Bienen und  Imker vor große Herausforderungen. Durch die vorgezogene Blüte, fehlt den Bienen später das Futter und sie können keinen Honig mehr eintragen. Der trockenwarme Sommer lässt die Pflanzen zwar blühen, aber wenn die Wurzeln zu wenig Wasser bekommen, wird kein Nektar produziert und die Blüten fallen ab. Wieder gehen die Bienen leer aus.

Dass der Honigertrag in diesem Frühjahr besser war darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass unser Ökosystem vor extremen Herausforderungen steht. Die Bienen stehen am Anfang der Kette und wenn sie die Nahrungspflanzen nicht effektiv bestäuben kommt das Ganze ins Wanken.

Die Königinnenzucht nicht aus den Augen zu verlieren, dafür plädierte Jürgen Schöntag. Als erfahrener Imker bietet er die Möglichkeit, auf seinem Bienenstand das Umlarven der „Prinzessinnen“ zu erlernen. Ein Bienenvolk ist nur so gut, wie die Königin,  von der schlussendlich alle Bienen abstammen.

Auch die Vorstandschaft wurde bestimmt und entlastet.

Blüten für Insekten erhalten – Pause für Säge und Heckenschere

Bild von DerWeg auf Pixabay

Weiden sind ein wichtiger Pollen- und Nektarspender für unsere Honigbienen. Sie tragen zur Erstversorgung des Bienenvolkes nach der Winterruhe bei. Wechselseitige Beschnitte von Weidenbeständen würden zum Beispiel helfen, diese Versorgungslücke zu schließen“, erklärt der Präsident des Deutschen Imkerbundes, Torsten Ellmann. Daher sind radikale Weidenrückschnitte bis auf den Stock äußerst bedauerlich.

Der Deutsche Imkerbund setzt sich seit vielen Jahren aber nicht nur für Honigbienen, sondern auch für die stark bedrohten Wildbienenarten ein. Aufklärungsarbeit von großer Bedeutung, welche Maßnahme welche Auswirkungen habe.

Ein Rückschnittverbot gilt vom 1. März bis zum 30. September jeden Jahres. Der Bienenexperte Ellmann erörtert: „Vielen ist die Bedeutung des Verbotes nicht klar. Mit dieser Gesetzesregelung sollen zwar in erster Linie Vögel und deren Nistplätze geschützt werden, aber Insekten, wie Bienen und Schmetterlinge, profitieren ebenfalls davon. Für diese ist unser Hausgarten ein wichtiges Refugium. Der Flugradius von Wildbienen beträgt zum Beispiel nur wenige 100 Meter. Sie sind deshalb in diesem Radius auf Nist- und Nahrungsmöglichkeiten angewiesen, um zu überleben. Werden Bäume, Büsche, Ziersträucher, lebende Zäune oder Hecken im Garten geschnitten, gehen mit jedem Schnitt viele pollen- und nektarreiche Blüten verloren, die im Frühjahr und Sommer eine wichtige Nahrungsquelle für die verschiedensten Insektenarten darstellen. Deshalb sollte jeder genau überlegen, welcher Formschnitt wirklich nötig ist.􏰃

Blüten besuchende Insekten finden immer weniger Lebensräume. Jeder kann daher mit der Anlage eines blütenreichen, bienenfreundlichen Gartens zur Verbesserung des Kleinklimas und der Artenvielfalt beitragen. Informationen, welche Pflanzen besonders geeignet sind und was bei der Anlage des Gartens beachtet werden sollte, gibt es mittlerweile reichlich, zum Beispiel auf der Homepage des D.I.B.

Quelle: Pressemitteilung D.I.B

Keinen Honig an Bienen verfüttern

Sowohl Honig- als auch Wildbienen und anderen Blüten besuchenden Insekten fehlt es immer öfter an vielfältigem Nahrungsangebot. Eine falsch verstandene Hilfe für Bienen ist allerdings das Füttern der Insekten mit Honig auf dem Balkon oder am Haus. Geschäftsführer des D.I.B. (Deutscher Imkerbund) Olaf Lück warnt: „Diese gut gemeinten Angebote gibt es immer wieder, aber sie können genau das Gegenteil bewirken.Ebenso gefährlich können nicht ausgespülte Honiggläser in Altglas-Containern aufgrund der Honigreste für Bienen werden.

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Bericht von der Frühjahrsversammlung am 12. April 2019

Spannende Diskussion und Änderungen im Vorstand der Brettener Bezirksimker

Daniel Schimmel Erwerbsimker und „Walnußbauer“ aus Gondelsheim referierte über die Betriebeweise seiner Bioland-Imkerei. Profesionell nutzt er verschiedene Beutensysteme und arbeitet gleichzeitig mit drei Bienenrassen. Bei Kassel übernahm er 2018 eine der ersten Biolandimkereien. Im Gegensatz zu seiner Imkerei im Kraichgau kann er dort fast ganzjährig das unterschiedlichste Blütenangebot zur Honiggewinnung nutzen. Sein Vorgänger hatte dort vorrausschauend hektarweise Blühflächen angelegt und ganze Baumaleen gepflanzt, so dass bei entsprechender Witterung kaum eine Trachtlücke entsteht. Der studierte Landwirt lobte diese visionäre Wirtschaftsweise und betonte dass selbst der dortige Bürgermeister bei ihm um Rat nachfragt, wenn er, wie gerade jetzt, den Friedhof neu bepflanzen lässt.

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